Neu-Ulm Der bayerische Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller hat eine Petition verfasst gegen die Entscheidung des Neu-Ulmer Stadtrates, wonach keine Alternativ-Standorte für einen Volksfestplatz gesucht werden sollen. Gleichzeitig bereiten betroffene Schausteller aus der Region eine Klage gegen die Entscheidung des Stadtrats vor, weil sie nicht einsehen wollen, dass ihnen ein Teil ihrer Existenzgrundlage genommen wird. Die Petition ist unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gegangen…..
„Die 105-jährige Tradition des Neu-Ulmer Volksfestes kann man so einfach wegwischen“, wetterte gestern Wenzel Bradac in seiner Eigenschaft als Präsident des bayerischen Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute. Er ist zudem Vizepräsident des Bundesverbandes und der Europabeauftragte seines Berufsstandes. Immerhin werde mit dem Beschluss des Stadtrates einer ganzer Reihe von Schaustellern und ihren Beschäftigten die Existenzgrundlage entzogen. Das 16-tägige Volksfest in Neu-Ulm war fester Bestandteile im Terminkalender der Schausteller und Marktkaufleute. „Hauptsächlich für die ortsansässigen Betriebe ist dies ein wichtiger Stützpfeiler in der Saison“, sagt Bradac. Eine ersatzlose Streichung des Volksfestplatzes, der einer Multifunktionshalle weichen soll, könne daher nicht hingenommen werden. Bradac: „Die betroffenen Betriebe stehen vor einem großen Loch“.
Das Volksfest stelle eine „kulturelle Veranstaltung für alle Generationen, soziale Schichten und eine aktive Eingliederung von Emigranten in unsere Lebenssituation“. Betrüblich sei, dass sich die Stadt Neu-Ulm nicht einmal sicher sein könne, ob der Bau der Multifunktionshalle deren finanzielle Erwartungen erfüllt.
Für den Bau der neuen Halle seien in Neu-Ulm 9,8 Millionen Euro veranschlagt. Darin nicht enthalten seien die Zinsen für den notwendigen Kredit, anfallende Regiearbeiten und Folgekosten mit abgerechnet. Bradac: „Sicher ist, dass 20 Jahre lang, jährlich 1,5 Millionen fällig sind, die den Stadthaushalt belasten werden“.
Von den Sportvereinen, die vielleicht durch den Bau „profitieren“, habe Neu-Ulm nicht viel zu erwarten. Bisher könnten diese nicht einmal ihren Eigenanteil ihrer bestehenden Sportanlagen aufbringen.
Parallel zur Petition bereiten einzelne Schausteller aus der Region nach Bradacs Worten eine Klage gegen die Entscheidung des Stadtrates und gegen die Baugenehmigung für die Multifunktionshalle. Sie stützen sich dabei auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes, vom Mai 2009, wonach Städte und Gemeinden Traditionsveranstaltungen wie Volksfeste und Weihnachtsmärkte nicht ohne Weiteres absagen können. „Wir kämpfen für einen neuen Platz“, kündigte der Schausteller-Präsident an.








































